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6 Tipps für mehr Wohlbefinden im Büro

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6 Tipps für mehr Wohlbefinden im Büro

In hektischen Zeiten steigt das Bedürfnis nach Entspannung und so floriert der Markt rund um dieses Thema. Ob Sport, Gartenarbeit oder ein Spa-Besuch: für jeden ist etwas dabei. Bedauerlich ist, dass das Wohlbefinden erst explizit außerhalb der Arbeitszeiten beginnt. Dabei verbringen Berufstätige einen großen Teil ihrer Zeit im Job und sollten sich daher bereits dort wohlfühlen.

Mit zum ersten Mal verwirklicht haben diesen Ansatz Facebook, Google und viele weitere Unternehmen aus dem us-amerikanischen Silicon Valley. Während sich die Diskussion zu Beginn vor allem um mehr Flächeneffizienz und bessere Bedingungen für mehr Leistung drehte, ist inzwischen der Aspekt des Wohlbefindens in den Mittelpunkt gerückt. Grund für diese Entwicklung ist u. a. der sogenannte War for Talents am Arbeitsmarkt.

Ist der Trend endlich vorbei?

Manch Skeptiker fragt sich vielleicht, wann dieser Trend mit den bunten Büros, in denen niemand ernsthaft zu arbeiten scheint, endlich vorbei ist. Das Ganze aber fängt erst jetzt an, denn die neuen Konzepte sind nicht bloß Trends, sondern Maßnahmen mit Mehrwert:

  • Moderne Büros und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz unterstützen Unternehmen bei ihrer Positionierung als attraktiver Arbeitgeber mit guten Jobbedingungen. Besonders wirksam ist diese Art des Marketings, wenn die Mitarbeiter die Aussagen bestätigen können.
  • Innovative Flächen helfen Mitarbeitern, ihre Tätigkeiten besser und ggf. sogar schneller auszuführen. Schließlich sind die Büros so eingerichtet, um die Kollegen bei der täglichen Arbeit zu unterstützen.
  • Die neuen Büros sparen Kosten, denn ein Blick auf die o.g. Internetriesen zeigt, dass durch die offene Gestaltung und dem Verzicht auf feste Arbeitsplätze die durchschnittliche Größe für einen Arbeitsplatz pro Mitarbeiter sinkt.
  • Und nicht zuletzt stärkt die Umsetzung der neuen Bürokonzepte die Glaubhaftigkeit gerade von Dienstleistern, die beispielsweise in der Gewerbeimmobilienbranche arbeiten.

Diese vier Punkte sprechen dafür, die neuen Konzepte nicht zu vernachlässigen und sich damit zu befassen.

Faktoren für attraktive Arbeitgeber
Übersicht von Faktoren, die einen Arbeitgeber attraktiv machen

 Wohlbefinden vor Geld

Wie wichtig das Umfeld für Mitarbeiter im Job ist, belegt der von StepStone Employer Branding Report. Das Kriterium „gute Arbeitsumgebung“ belegt Platz eins im Ranking, gefolgt von „finanzielle Anreize“ und „Unternehmenserfolg“. Geld ist also nicht so entscheidend, wie man im Allgemeinen vielleicht meinen möchte.

Einflussfaktoren Zufriedenheit am Arbeitsplatz
Einflussfaktoren auf die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz

Eine Studie vom Fraunhofer Institut zeigt wiederum auf, woran sich Mitarbeiter stören, und womit sich die Zufriedenheit im Büro steigern lässt. Der Schwerpunkt der Befragung liegt auf der Ausstattung und Gestaltung des Arbeitsplatzes.  Die Top 3-Antworten mit positivem Einfluss lauten: Zufriedenheit mit der Möblierung, Zufriedenheit mit der Akustik und Rückzugsmöglichkeiten. Sprich, den Kollegen ist es wichtig in Ruhe zu arbeiten und sich konzentrieren zu können, wenn es notwendig ist.

In 6 Schritten zum arbeitnehmerfreundlichen Büro

Wenn der Arbeitgeber vom Nutzen des Wohlbefindens für seine Arbeitnehmer überzeugt ist: Wie sieht die Umsetzung aus? Hilfestellung bietet zum Beispiel die Studie “Building the Business Case – Health, Wellbeing and Productivity in Green Offices”. Darin sind sechs Richtlinien aufgeführt, die dabei unterstützen, ein Büro zu einem Ort des Wohlbefindens umzugestalten:

  • Luftqualität und Klimatisierung: Reißen Sie die Fenster auf oder mögen Sie es lieber warm? Regelmäßiges lüften empfiehlt sich, weil frische Luft die kognitiven Fähigkeiten um 101 % verbessert.
  • Temperatur: Was ist Ihre Wohlfühltemperatur? Die Leistungsfähigkeit im Büro sinkt um 6 %, wenn es zu heiß ist und um 4 %, wenn es zu kalt ist.
  • Tageslicht und Beleuchtung: Der Blick nach draußen, idealerweise in die Natur, entspannt die Augen. Er verhilft aber auch zu einem gesunden Tag-Nacht-Rhythmus, denn Mitarbeiter schlafen bis zu 46 Minuten mehr in der Nacht, wenn sie in der Nähe eines Fensters arbeiten.
  • Interieur und aktives Design: Ein Büro zum Wohlfühlen verfügt über unterschiedliche Bereiche, die entsprechend den dort auszuführenden Tätigkeiten gestaltet sind und die Mitarbeiter bei der Ausführung unterstützen. Es gibt also Rückzugsmöglichkeiten, Orte für Meetings, aber auch für informelle Treffen. Die freie Wahl der Räume hat den Effekt, dass die Kollegen das Gefühl haben, mehr Kontrolle über den Arbeitsablauf zu haben, was ihre Loyalität steigert.
  • Pflanzen und der Blick nach draußen: Pflanzen im Büro sehen nicht nur nett aus, sondern wirken entspannend auf die Kollegen. Gesteigert wird dieses Wohlbefinden, wenn der Blick in die Natur führt.
  • Look & Feel: Büros, die auf unterschiedliche Farben und in der Gestaltungsweisen setzen, steigern ebenfalls die Zufriedenheit. Außerdem regen sie die Kreativität an, da der Blick an unterschiedlichen Objekten hängen bleibt und ungewöhnliche Assoziationen fördert.

Mehr Wohlbefinden, mehr Arbeit

Während inzwischen das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Mittelpunkt bei der Gestaltung moderner Büros steht, wird dem einen oder anderen womöglich aufgefallen sein, dass es aus der Perspektive des Arbeitgebers auch häufig um Leistungssteigerung geht. Ist das der Preis für ein attraktives Büro? Natürlich verfolgt auch das Unternehmen bestimmte Ziele mit seiner Investition in einen neuen Arbeitsplatz, aber im Idealfall profitieren beide Parteien von der Veränderung. Ist es letztendlich nicht für alle Beteiligten ein schönes Gefühl, eine Aufgabe von der Liste streichen zu können, oder noch besser, wenn es zwei, drei oder mehr sind als sonst?

Was kommt morgen?

Dass neue und innovative Büroflächen in Zukunft eine Notwendigkeit sein werden – wenn sie es nicht schon längst sind – ist hoffentlich klar geworden. Was dieser Wandel jedoch auch mit sich bringt, ist das Verschwimmen der Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Manchmal habe ich Projekte auf dem Schreibtisch, bei denen mich wundert, wie viel Platz sie für Wohlfühlräume und Freizeitaktivitäten lassen. Vor zwölf, dreizehn Jahren hatten wir in einer unserer Niederlassungen bereits einen Fitnessraum geschaffen. Drei Monate machte das Spaß, dann verkam er zu einem sehr teuren Lagerraum. Heute frage ich mich, ob wir unserer Zeit voraus waren, und ob solche Ideen jetzt besser als damals funktionieren?

 

Von unserem Experten: Petra Storek

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