Immobilientrends: Spiegel der Gesellschaft

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Immobilientrends: Spiegel der Gesellschaft

Architektur manifestiert Trends in der Gesellschaft. Ob Gründerzeit oder Glasturm – beide stehen für die Ästhetik einer bestimmten Zeit. Doch nicht nur die Fassade spiegelt Vorlieben wider, sondern auch die Art und Weise, wie Immobilien genutzt werden. Immer häufiger finden sich dafür Beispiele in der Immobilienbranche, die die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft reflektieren.

Ladenflächen im ständigen Wandel

Ein Beispiel für eine kurzzeitige Nutzung im Einzelhandel sind Pop-up-Stores. Sie eröffnen für wenige Wochen und bieten ein Produkt an, das neu oder saisonal und nur in diesem Laden zu kaufen ist. Das Konzept weckt Begehrlichkeiten und Interesse beim Kunden. Schließlich ist die Ware nur kurzfristig verfügbar.   

Das kurzzeitige Mieten ist für den Einzelhändler mit vielen Vorteilen verbunden. Er kann sein Konzept und Produkt testen, ohne ein großes finanzielles Risiko eingehen zu müssen. Die Fläche liegt vielleicht sogar zentral und ist mit Glück möbliert. Für den Vermieter ist der häufige Mieterwechsel auf der anderen Seite eine Zusatzbelastung. Der Aufwand für eine kurzfristige Vermietung ist in Teilen vergleichbar mit dem für eine langfristige Nutzung. Und was tun, wenn sich in der Zeit ein Interessent meldet, der für mehrere Jahre einziehen möchte?

Es gibt aber auch Fälle, in denen Eigentümer von kurzzeitigen Vermietungen profitiert haben, nämlich dann, wenn Straßenzüge dank der innovativen und kreativen Konzepte wieder attraktiver wurden und eine Aufwertung erlebten. Denn sobald Leerstand besteht, kann dies eine ganze Straße negativ nach unten ziehen.

Beispiel eines Pop-up-Stores
Beispielhafte Darstellung eines Pop-up-Shops, der die Neugier der Kunden für ein spektakulär inszeniertes Produkt anregen soll

Um den Eigentümer beim Mehraufwand mit Pop-up-Stores zu unterstützen, haben sich inzwischen spezialisierte Agenturen gegründet. Sie vermitteln zwischen Eigentümern und Händlern und helfen beim erfolgreichen Launch eines Pop-up-Shops. Anfallende Kosten für die Dienstleistung muss der Einzelhändler tragen.

Gehobenes Wohnen für Studenten

Mikroapartments sind speziell für die Bedürfnisse von Studenten entworfen. Sie sind aber auch unter Young Professionals und Pendlern beliebt. Die Apartments mit einer Wohnfläche zwischen 23 und 67 Quadratmetern sind minimalistisch-hip eingerichtet, vollmöbliert und komplett ausgestattet. Angeboten wird aber nicht nur  Wohnraum, sondern auch eine Vielzahl zusätzlicher Services, angefangen beim Ausleihen eines Staubsaugers bis zum kollegialen Zusammensein.

Gemietet werden kann bei einigen Anbietern bequem über das Internet und in nur wenigen Tagen ist das Zimmer in einer der beliebten Studentenhochburgen bezugsfertig. Dass ein häufiger Mieterwechsel stattfindet, ist vorhersehbar. Manchmal ist die Mietdauer sogar auf beispielsweise 3,5 Jahre begrenzt.

Mikroapartments heben studentisches Wohnen auf eine neue, luxuriösere Ebene. Die Entwickler konzentrierten sich von Beginn an auf diese eine Zielgruppe und ihre Bedürfnisse. Das hat inzwischen auch seinen Preis. Für Investoren zählen Mikroapartments aktuell zu den vielversprechenden Assetklassen.

Raum für interdisziplinäres Arbeiten

Coworking steht für das hippe, neue Arbeiten. Start-ups vor allem nutzen diese neue Arbeitsform, um bei Bedarf schnell wachsen zu können. Etablierte Unternehmen auf der Suche nach Innovation lassen Teams in der unkonventionellen Umgebung arbeiten. Digitale Nomaden wiederum sind im Coworking-Space zu Hause. Alle Beteiligten haben vor allem ein Ziel: Die Vernetzung untereinander und das Schaffen von Synergien.

Arbeitsplätze in Coworking-Spaces variieren in ihrer Ausstattung: Abhängig vom Anbieter kann ein komplett eingerichtetes Büro für bis zu 100 Mitarbeiter bereitgestellt werde. Wer es lieber unverbindlich mag, bucht einen Steharbeitsplatz für wenige Stunden in der Woche über eine App. Mietverträge können monatlich abgeschlossen oder gekündigt werden.

Coworking-Anbieter
Coworking-Anbieter gehen auf die speziellen Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Kunden ein und bieten Räumlichkeiten für jede Arbeitssituation

Die Spezialisierung auf Kundenwünsche und Zusatzservices sind auch hier Mal eine erfolgreiche Strategie. Der schnelle Mieterwechsel und der damit verbundene Mehraufwand wird vom Coworking-Anbieter bearbeitet. Zusätzlich kümmert er sich um eine ansprechende Einrichtung, Events, funktionierendes Internet usw. Das alles muss nicht mehr kosten, als ein konventionelles Büro. Gerade aber wenn sich eine Marke etabliert hat, kann ein Arbeitsplatz teurer werden als ein Schreibtischplatz für ein Unternehmen mit klassischen Räumlichkeiten.

Ein überraschender Sieger

So zeigen die drei Beispiele, wie veränderte Anforderungen an unser Leben und Arbeiten auch den Nutzen von Immobilien beeinflussen. Geheime Sieger dieser Veränderung sind diejenigen, die eine Nische entdeckt und darauf basierend ein Geschäftsmodell entwickelt haben. Der Mehraufwand, der durch eine kurzzeitige Nutzung entsteht, wird von den Dienstleistern aufgefangen. Er vermittelt zwischen Mieter und Eigentümer, kümmert sich um die Verwaltung und bietet Zusatzservices an. Überzeugt das Angebot, kann letztendlich ein höherer Preis für die Leistung aufgerufen werden, als es die bloße Vermietung der Fläche erlauben würde.

 

Von unserem Experten: Christoph Scharf

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