Mit Luftbildern mehr Emotionen wecken: Die Immobilienvermarktung per Drohne

Die Vermarktung von Immobilien wird immer anspruchsvoller. Heutzutage wird von Pitches, Exposés und Co. deutlich mehr erwartet als noch vor einigen Jahren — von Print-Magazinen über selbstgedruckte 3D-Modelle bis hin zu 360-Grad-Videos mit Virtual Reality. Auch Drohnenaufnahmen sind beim Immobilienmarketing mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Wir zeigen, in welcher Assetklasse diese Aufnahmen zum Status quo geworden sind und welche Vorteile die Vogelperspektive bei der Immobilienvermarktung bietet.

Drohneneinsatz in der Immobilienbranche

Als die ersten Drohnen am Himmel flogen, wurden sie zunächst als reines Spielzeug abgetan. Doch die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: Angefangen von der Paketzustellung über Löscheinsätze bis hin zur Schädlingsbekämpfung in der Agrarwirtschaft. Auch die Immobilienbranche hat das Potenzial der UAVs (Unmanned Areal Vehicle) erkannt und erprobt verschiedene Anwendungen. Die Immobilienvermarktung ist von dieser Entwicklung dabei bisher am stärksten betroffen. Eine Luftaufnahme per Drohne ermöglicht es, das jeweilige Objekt aus einer komplett anderen Perspektive zu präsentieren und einen außergewöhnlichen Eindruck zu vermitteln, der sich von einem klassischen Exposé abhebt.

Der Einsatz ist bei jeder Assetklasse vorstellbar, da die Preise für eine solche Aufnahme erschwinglich sind. Doch vor allem ein Bereich profitiert von der Vogelperspektive!

Logistik- und Industrieimmobilien in ein vorteilhaftes Licht rücken

Logistikhallen und Industrieimmobilien sind architektonisch oft nicht besonders attraktiv. Hinzu kommt, dass mit der normalen Kamera das jeweilige Objekt nicht komplett erfasst werden kann. Mit einer Drohnenaufnahme erhält man hingegen auf einen Blick eine Gesamtübersicht aus der Vogelperspektive, in der die Blickbeziehung zu anderen Städten deutlich wird. So sehen Investoren oder Interessenten sofort, wie gut die Immobilie gelegen ist und ob ihnen die Nachbarschaft gefällt. Diese Standortanalyse liefert einen signifikanten Mehrwert, und das, ohne vor Ort dagewesen zu sein.


Auch die Emotionalität einer solchen Aufnahme sollte nicht unterschätzt werden. Ein gutes Drohnen-Foto veranschaulicht nicht nur die Vorteile des Objekts, es macht die Immobilie auch attraktiver. Das Produkt an sich wirkt hochwertiger und damit interessanter.

Wann lohnen sich Videoaufnahmen per Drohne?

Ein Drohnen-Video ist jedoch nicht für jede Assetklasse sinnvoll. Bei hochwertigen Logistik- oder Büroimmobilien ist die Investition sicherlich angebracht, in anderen Bereichen, wo die Objekte meist kleinteiliger sind, reicht eine Fotographie noch vollkommen aus. Die Preisklasse des Projekts entscheidet darüber, welche Vermarktungsmaßnahmen ergriffen werden.

Die Luftaufnahme entwickelt sich immer mehr zum Status quo eines Exposés und ist mittlerweile absolut zeitgemäß. Wer bei der Vermarktung nicht auf Drohnen setzt, könnte gerade im Industrieimmobilien-Bereich einen Nachteil haben.



Wo lassen sich Drohnen noch einsetzen?

Neben der Vermarktung sind auch weitere Einsatzbereiche im Immobilienbereich vorstellbar:

  • Eine Drohne kann genutzt werden, um den Baufortschritt zu dokumentieren.
  • Im Facility Management können Grundstück und Gebäude per Drohne lückenlos kartographiert werden, um Schäden zu erkennen und Reparaturen anzustoßen.


Es gibt einige Regeln und Gesetze zu beachten!

Die Vorteile eines Drohneneinsatzes liegen damit klar auf der Hand. Doch es gibt Einiges zu beherzigen: Zum einen sollten Sie den zeitlichen Aufwand nicht unterschätzen. Wie bei jeder Objektaufnahme spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Zum anderen muss auch die rechtliche Lage im Auge behalten werden: Eine Fluggenehmigung ist oft notwendig, und das kann in der Nähe eines Flughafens wie in Frankfurt am Main einige Wochen dauern. Außerdem müssen einige rechtliche Faktoren beachtet werden, wie beispielsweise eine zusätzliche Haftpflichtversicherung und eine Erlaubnispflicht sowie ein Befähigungsnachweis.

Stiftung Warentest hat einige Tipps für den Einsatz eines Drohnenflugs zusammengestellt: https://www.test.de/Drohnen-und-Recht-Das-muessen-Hobbypiloten-wissen-4727469-0/

Autorin: Marina Vogt