360°
Büroimmobilienmarkt Deutschland: Aktuelle Marktberichte von BNPPRE

Unser Marktbericht

Büromarkt Deutschland

NUR KNAPP AM REKORD VORBEI

Die deutschen Büromärkte laufen weiter auf Hochtouren. Im ersten Quartal wurde an den wichtigsten Standorten ein Flächenumsatz von gut 1,85 Mio. m² registriert. Damit konnte bereits das zweite Jahr in Folge die Schwelle von 1,8 Mio. m² übertroffen und das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten erzielt werden. Die erst im vergangenen Jahr aufgestellte neue Bestmarke wurde nur um 2,5 % verfehlt. Auch wenn die BIP-Prognosen für die nächsten zwei Jahre etwas zurückgenommen wurden, sind die aktuellen Rahmenbedingungen weiterhin sehr gut und beflügeln die Nutzermärkte. Der, wenn auch etwas verlangsamte, Beschäftigungsanstieg, eine niedrige Arbeitslosigkeit und volle Auftragsbücher bilden die Eckpfeiler für ein stabiles konjunkturelles Umfeld, das sich in einer hohen Nachfrage auf den Büromärkten widerspiegelt.

 

Gesamtflächenumsatz ausgewählter Bürostandorte
Gesamtflächenumsatz ausgewählter Bürostandorte

UNTERSCHIEDLICHE ENTWICKLUNG AN DEN STANDORTEN

Den höchsten Umsatz erzielt München mit 466.000 m² (+15 %), womit die bayerische Landeshauptstadt das beste Resultat seit 2001 erreicht und sich klar an die Spitze setzt. Auf Platz zwei folgt Berlin mit 382.000 m² (-3 %). Der leichte Rückgang resultiert dabei aus einem nicht ausreichenden Angebot, sodass großflächige Verträge fast nur noch in Projekten abgeschlossen werden können. Den Bronzeplatz belegt Frankfurt mit 273.000 m² (-10 %), jedoch liegt das Ergebnis trotz eines noch niedrigen Anteils an Großabschlüssen über dem zehnjährigen Durchschnitt. In Hamburg fehlen Großabschlüsse über 10.000 m² noch vollständig, was den Umsatzrückgang um 16 % auf 249.000 m² erklärt. Ähnlich stellt sich die Situation in Düsseldorf und Köln dar. Düsseldorf ist knapp an der 200.000-m²-Marke gescheitert und kommt auf einen Flächenumsatz von 195.000 m² (-13 %), in Köln werden 117.000 m² (-22 %) verzeichnet. Deutlich besser lief es in den beiden übrigen Städten: Sowohl in Essen (89.000 m²; +65 %) als auch in Leipzig (80.000 m²; +18 %) wurde für das erste Halbjahr ein neuer Rekordumsatz registriert.

 

Flächenumsatz 1. Halbjahr 2017 und 1. Halbjahr 2018
Flächenumsatz 1. Halbjahr 2017 und 1. Halbjahr 2018

AUSGEGLICHENE VERTEILUNG ÜBER ALLE GRÖSSENKLASSEN

Auch im ersten Halbjahr 2018 resultierte der Flächenumsatz aus einer sehr ausgewogenen Verteilung der Nachfrage in allen Größenklassen. Den größten Beitrag leisteten Verträge zwischen 2.000 und 5.000 m², die 21 % zum Ergebnis beisteuerten. Auf Großabschlüsse über 10.000 m² entfielen 17,5 %, was in etwa dem Schnitt der letzten zehn Jahr entspricht. Alle übrigen Klassen von 200 bis 10.000 m² zeichnen jeweils für 11 bis knapp 17 % des Umsatzes verantwortlich. Selbst kleine Anmietungen bis 200 m² kommen noch auf knapp 5 %. Durch diese homogene Verteilung wird der breite Nachfragesockel deutlich unterstrichen.

 

Flächenumsatz nach Größenklassen
Flächenumsatz nach Größenklassen

DURCHSCHNITTLICHE LEERSTANDSQUOTE UNTER 5 %

Im Verlauf der letzten zwölf Monate hat sich der Leerstandsabbau umfangreich fortgesetzt. Über alle Standorte betrachtet liegt das aktuelle Volumen mit 4,59 Mio. m² um 15 % niedriger als vor einem Jahr. Mit Ausnahme von Düsseldorf, wo die Leerstände leicht um 4 % auf 953.000 m² angezogen haben, weisen alle übrigen Städte zweistellige Rückgänge auf. Die durchschnittliche Leerstandsquote liegt bei 4,9 %. Gerade einmal jeder dritte Quadratmeter der aktuellen Leerstände verfügt über einen Standard, der von der Mehrheit aller Nutzer nachgefragt wird.

 

Leerstand 1. Halbjahr 2017 und 1. Halbjahr 2018
Leerstand 1. Halbjahr 2017 und 1. Halbjahr 2018

MIETEN STEIGEN AUF BREITER FRONT

Erwartungsgemäß hat sich das Mietpreiswachstum in fast allen Städten fortgesetzt. Im Schnitt haben die Spitzenmieten im zurückliegenden Jahr um knapp 6 % zugelegt. Am stärksten fiel der Anstieg in Berlin (34 €/m²; +13 %) und Frankfurt (43 €/m²; +12 %) aus. Analog zu den Höchstmieten haben in vielen Städten auch die Durchschnittsmieten angezogen und sich durchschnittlich um gut 7 % erhöht, sodass insgesamt steigende Mietpreisniveaus in vielen Lagen und Marktsegmenten zu verzeichnen sind.

 

Höchstmieten 1. Halbjahr 2017 und 1. Halbjahr 2018
Höchstmieten 1. Halbjahr 2017 und 1. Halbjahr 2018

PERSPEKTIVEN

Ein Rückgang der Nachfrage lässt sich bislang nicht feststellen, sodass alles für einen erneut sehr hohen Flächenumsatz spricht. Voraussichtlich wird dieser das zweitbeste jemals registrierte Ergebnis; ob es erneut gelingt, die 4-Mio.-m²-Schwelle zu übertreffen, bleibt abzuwarten. Der Leerstandsabbau dürfte sich in den meisten Städten noch fortsetzen, sodass an vielen Standorten noch keine Entspannung beim zu geringen Angebot moderner Flächen in zentralen Lagen zu erwarten ist. Demzufolge deutet alles darauf hin, dass sich die Mietpreisanstiege fortsetzen und in der einen oder anderen Stadt auch noch beschleunigen werden.

 


At a Glance ist einschließlich aller Teile urheberrechtlich geschützt. Eine Verwertung ist im Einzelfall mit schriftlicher Zustimmung der BNP Paribas Real Estate GmbH möglich. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die von uns getroffenen Aussagen, Informationen und Prognosen stellen unsere Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts dar und können sich ohne Vorankündigung ändern. Die Daten stammen aus unterschiedlichen Quellen, die wir als zuverlässig erachten, aber für deren Richtigkeit und Genauigkeit wir keine Gewähr übernehmen. Dieser Bericht stellt explizit keine Empfehlung oder Grundlage für Investitions- oder Ver-/Anmietungsentscheidungen dar. BNP Paribas Real Estate übernimmt keine Gewähr und keine Haftung für die enthaltenen Informationen und getroffenen Aussagen.

Herausgeber und Copyright: BNP Paribas Real Estate GmbH
Bearbeitung: BNP Paribas Real Estate Consult GmbH
Stand: 30.06.2018

Büromarkt Deutschland auf folgenden Social Media Kanälen teilen.