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Wohnimmobilienmarkt Deutschland: Aktuelle Marktberichte von BNPPRE

Unser Marktbericht

Wohn-Investmentmarkt Deutschland

KEINE PAUSE: ZWEITBESTES ERGEBNIS ALLER ZEITEN

Insgesamt wurde bis Ende Juni ein Transaktionsvolumen (ab 30 Wohneinheiten) von knapp 11 Mrd. € erfasst. Damit wurde das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten registriert, das den Vorjahreswert noch einmal um 82 % getoppt hat. Auch der zehnjährige Durchschnitt wurde um rund 70 % übertroffen. Wesentlich dazu beigetragen hat zwar die Übernahme des österreichischen Wohnungskonzerns Buwog durch Vonovia, dessen deutsche Bestände mit über 2,7 Mrd. € in das Resultat eingehen, aber auch ohne diese Transaktion wäre dies das zweitbeste Ergebnis. Unterstrichen wird das rege Marktgeschehen außerdem durch die Anzahl der in die Analyse einbezogenen Verkäufe, die bei über 170 liegt und den zehnjährigen Schnitt damit um mehr als die Hälfte übersteigt. Die Zahl der berücksichtigten Wohneinheiten summiert sich auf über 100.000. Der durchschnittliche Preis pro Verkaufsfall liegt bei gut 63 Mio. € und damit über 50 % höher als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

 

Investitionsvolumen Wohnportfolios
Investitionsvolumen Wohnportfolios

PROJEKTENTWICKLUNGEN IMMER BEDEUTENDER

Ein Blick auf die unterschiedlichen Assetklassen zeigt aktuelle Trends und die Ziele der Investoren auf. Gut 2,2 Mrd. € und damit 20 % des Gesamtumsatzes flossen in Projektentwicklungen; häufig auch als Forward Deals. Absolut betrachtet wurde damit ein neuer Rekordwert aufgestellt. Neue, moderne und marktgerechte Wohnungen gewinnen also immer mehr an Bedeutung. Dass Investoren dabei im Gegensatz zu früheren Jahren nicht mehr nur auf die großen Metropolen setzen, belegen die gut 1,25 Mrd. €, die außerhalb der sieben A-Standorte investiert wurden. Dies entspricht über der Hälfte des Gesamtvolumens. Der höchste Anteil entfällt mit 59 % aber nach wie vor auf Bestandsportfolios, da hier das mit Abstand größte Angebot vorhanden ist.

 

Investments nach Größenklassen
Investments nach Größenklassen

 

Bemerkenswert ist vor allem, dass knapp 1,3 Mrd. € (12 %) in sogenannte Sonderwohnformen investiert wurden. Dies ist das höchste Volumen, das jemals erfasst wurde und absolut betrachtet fast dreimal so hoch wie der bisherige Rekord aus dem Vorjahr. Hierzu zählen beispielsweise Projekte in den Segmenten Senior und Student Housing genauso wie Mikroapartments. In diesen Zahlen zeigt sich ein Trend, der sich in den nächsten Jahren weiter beschleunigen und spürbar an Bedeutung gewinnen wird. Mit Abstand am dynamischsten entwickelt sich dabei der Markt für Mikroapartments. Mit einem Investitionsvolumen von über 800 Mio. € entfallen auf dieses Marktsegment 62 % des Umsatzes mit Sonderwohnformen.

 

Investments nach Assetklassen 1. Halbjahr
Investments nach Assetklassen 1. Halbjahr

IMMOBILIEN AGs MIT SEHR HOHEM ANTEIL

Am meisten investiert haben Immobilien AGs, die auf einen Anteil von 44 % kommen. Wesentlich dazu beigetragen hat die Übernahme der Buwog durch Vonovia. Damit haben sie Spezialfonds, die das Ranking im letzten Jahr noch anführten, auf Platz zwei verdrängt. Mit 15 % fällt deren Anteil zwar geringer aus als in den Vorjahren, absolut betrachtet haben sie aber kaum weniger angelegt. Einen zweistelligen Umsatzanteil leisten auch Pensionskassen, die für 10,5 % verantwortlich sind. Hier zeigt sich, dass gerade auch sicherheitsorientierte Core-Investoren an eine nachhaltig positive Entwicklung der deutschen Wohnungsmärkte glauben.

 

Investments nach Käufergruppen 1. Halbjahr
Investments nach Käufergruppen 1. Halbjahr

DEUTSCHE INVESTOREN WEITERHIN DOMINANT

Dass deutsche Wohnungsbestände nicht nur im eigenen Land beliebt sind, wird am Anteil ausländischer Investoren deutlich, der mit 19 % um rund 3 Prozentpunkte höher liegt als im Vorjahreszeitraum. Am aktivsten waren erneut europäische Käufer, die auf 9,5 % kommen und sich damit vor nordamerikanischen Anleger platzieren, die rund 6 % beisteuern. Bemerkenswert ist aber vor allem der auf 3 % gestiegene Anteil asiatischer Investoren, der einem Volumen von über 330 Mio. € entspricht.

 

Investments nach Herkunft des Kapitals 1. Halbjahr
Investments nach Herkunft des Kapitals 1. Halbjahr

BERLIN LEGT NOCH EINMAL ZU

Investitionsziel Nummer eins bleibt Berlin, wo der Vorjahresumsatz noch einmal um 17 % auf über 2,15 Mrd. € gesteigert wurde, was einem Anteil von 20 % am bundesweiten Transaktionsvolumen entspricht. Deutlich größer fiel das Umsatzplus an den meisten anderen großen Standorten aus, auch wenn absolut betrachtet spürbar weniger investiert wurde als in der Hauptstadt. Auf den weiteren Plätzen folgen Hamburg mit ca. 700 Mio. € (+32 %) und Düsseldorf mit 467 Mio. € (+62 %). In Frankfurt (215 Mio. €) und München (210 Mio. €) hat sich das Volumen sogar vervielfacht. Der Anteil der Big-Six-Standorte (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München) am bundesweiten Transaktionsumsatz beträgt aktuell knapp 36 %.

 

Investmentvolumen Big Six und Anteil am bundesweiten Volumen
Investmentvolumen Big Six und Anteil am bundesweiten Volumen

REGES MARKTGESCHEHEN AUCH IM ZWEITEN HALBJAHR

Fasst man die bisherigen Ausführungen zusammen, so wird deutlich, dass die Wohnungsmärkte aus Investorensicht auch weiterhin spannend bleiben und gerade in sich rasch entwickelnden neuen Marktsegmenten viele Chancen für attraktive und vor allem nachhaltige Investments bestehen. Vor diesem Hintergrund ist auch für die zweite Jahreshälfte 2018 von regen Umsätzen auszugehen, die aus heutiger Sicht die 16-Mrd.-€-Schwelle überschreiten und damit das zweitbeste jemals registrierte Ergebnis darstellen könnten. Bei den Preisen zeichnet sich tendenziell zumindest in den großen Metropolen eine Stabilisierung auf dem mittlerweile erreichten Niveau ab.

 


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Herausgeber und Copyright: BNP Paribas Real Estate GmbH
Bearbeitung: BNP Paribas Real Estate Consult GmbH
Stand: 30.06.2018

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